Umweltkonzept der GGS

Umwelterziehung wird häufig auf die Wissensvermittlung zu umweltgerechtem Verhalten reduziert. Doch Umweltbildung erfasst viel mehr. Wie dies an unserer Schule versucht wird und was uns dabei wichtig ist, soll in diesem Abschnitt näher erläutert werden.

Umwelterziehung fängt im Kleinen an! Daher sind wir der Überzeugung, dass ein grundlegendes nachhaltiges Bewusstsein für unsere Umwelt am besten durch einige wenige, dafür im Alltag leicht umzusetzende und schnell zu automatisierende Prozesse und Handlungsmöglichkeiten entstehen kann. So sind z.B. die Schülerinnen und Schüler in allen Klassen selbständig für die Mülltrennung verantwortlich. Mineralwasser wird von den Schülerinnen und Schülern an der Getränkestation in extra dafür vorgesehenen Flaschen abgefüllt, die am Ende des Schultages gereinigt und für den nächsten Tag bereit gestellt werden. Es gibt die sogenannten Licht- und Stromwächter, die darauf achten, dass in keinem Raum unnötig Licht brennt oder elektronische Geräte auf Stand-by bleiben. Damit sich jedoch auch alle in der Schule befindenden Personen angesprochen fühlen, wurde jeder Lichtschalter mit dem Hinweis „Licht aus?“ versehen. Diese Dinge sind für uns selbstverständlich, ebenso wie Absprachen zum Wasser sparen, Lüften, Benutzen von Umweltpapier, Papierverbrauch und Müllvermeidung.

Darüber hinaus sprechen wir im Unterricht über natürliche Ressourcen und den ökologischen Umgang in vielfältigen Lebensbereichen. Ob es sich um Sachthemen wie Wald, Wetter, Wasser, Strom u.a. handelt, oder ob es gilt, auch die Zusammenstellung des Schulfrühstücks näher zu betrachten – Kinder zeigen sich immer sehr engagiert und interessiert. Wir können ihnen bewusst machen, dass Menschen meistens nicht die Absicht haben, die Umwelt zu belasten, gleichgültig, ob es ums Einkaufen, Freizeitverhalten, ihre Arbeit oder anderes geht. Der schwierige Teil ist die bewusste Reflektion über das eigene Verhalten und die Bereitschaft auf Eigenkontrolle und evtl. auch auf Verzicht. Wir betrachten also die eigene Schule als ein Lernfeld, in dem umweltgerechte Verhaltensweisen praktiziert und eingeübt werden. Damit wird deutlich, dass die soziale Komponente, ein soziales Umfeld, ein Miteinander den Lernerfolg in diesem Bereich unterstützt und nachhaltiger macht. Das merken wir auch daran, dass die Kinder sich über unseren wöchentlichen Klassenrat und das monatliche Schülerparlament immer wieder über derartige „Schulregeln“ austauschen und in diesem Bereich arbeiten wollen. Der Lebensraum Schule umfasst aber noch mehr. So haben wir im Rahmen einer über drei Jahre gehenden Schulentwicklungsarbeit gemeinsam mit der Stadtverwaltung und allen Fröndenberger Schulen in einem Raumplanungskonzept auch die Außenbereiche der Schule mit in den Blick genommen, so den Schulhof und unsere Schulwiese.

Entscheidend ist, dass umweltgerechtes Handeln ein dafür förderliches soziales Umfeld braucht! Daher ist uns unsere Sonnenwiese ganz besonders wichtig (Näheres hierzu auch unter: Das macht uns besonders). Hier kann im handelnden Umgang auf natürliche Weise ein nachhaltiges Umweltbewusstsein angelegt werden. Denn hier setzt die Bildung dort an, wo Handlungen stattfinden und Wechselwirkungen zwischen individuellem Handeln und strukturellen Bedingungen direkt nachvollziehbar sind. In der Natur, im Umgang mit Lebendigem, kann Erleben mit allen Sinnen in besonderer Weise gelingen. Zusammenhänge werden beobachtet, erlebt und im alltäglichen Umgang gefestigt.

In täglichen Wiesenzeiten sorgen unsere Kinder im Wechsel für unsere beiden Ponys und die Kaninchen. Der Jahreszeit entsprechend pflegen sie die verschiedenen Pflanzbereiche unseres Gartens. Sie erleben also Natur und Wachstum in Verbindung mit ihrer eigenen Pflege und Versorgung. Mit unserer naturnahen Benjeshecke erfahren sie ebenso wie im Umgang mit Kompost, dass „Abfall“ nicht nur Abfall ist, sondern umweltschonend, sich durch Umwandlung in Erde oder Aufbau eines neuen Lebensraumes wieder neues Leben und Wachstum ermöglicht. Authentisches Bewusstsein und Handeln Erwachsener schaffen über Nähe und Vorbild beim gemeinsamen Tun, dass Kinder Absprachen und Verpflichtungen gerne nachkommen und eigene Haltungen aufbauen können. Diese wertvollen Erfahrungen auf unserer Sonnenwiese haben wiederum zur Folge, dass unsere Schülerinnen und Schüler sehr bewusst auf die Pflege und den Schutz nicht nur dieses Lebensraumes achten, sondern ihr Wissen auch in andere Bereiche übertragen und damit ein nachhaltiges Umweltbewusstsein entwickeln können.

Bezüglich unserer Arbeit an einem Raumplanungskonzept haben wir natürlich auch unseren Schulhof im Focus. Diese bislang vollständig betonierte Fläche soll langfristig teilweise entsiegelt und in umweltgerechte Spielbereiche ökologisch umgestaltet werden. Hierzu beziehen wir auch unsere Kinder über das Schülerparlament in die Planung mit ein. Denn als Ganztagsschule ist es in unseren Augen notwendig gemeinschaftlich mit allen Beteiligten in diesem Bereich kindgerechte Veränderungen vorzunehmen.

Unser schuleigener Förderverein „Toni Tinte“ hat vor drei Jahren auf dem Schuldach eine Photovoltaik-Anlage installiert. Die Einnahmen aus dieser natürlichen Energie-Ressource unterstützen unseren Schulwiesenetat regelmäßig. Dafür danken wir Toni Tinte an dieser Stelle sehr herzlich.

Zum Schluss noch ein paar Worte in eigener Sache: Natürlich sind wir zum Erhalt dieses besonderen Schulraumes immer wieder auf Spenden angewiesen. Da die Wiese von der Stadt gepachtet ist, wäre es unser Traum, dieses Grundstück mit Hilfe der Stadt oder über eine Stiftung kaufen zu können. So würde die Sonnenwiese unseren Kindern als wertvoller Lebensraum erhalten bleiben. Wenn auch Sie als Leser hierzu Ideen oder Anregungen haben, wenden Sie sich gerne an uns! Denn dieser Bereich kann unsere Schüler und Schülerinnen in ganz besonderem Maße darin schulen, ökologische Grundhaltungen, ethische Einstellungen und Werthaltungen nicht nur zu entwickeln, sondern auch in ihrem Leben dauerhaft zu verankern.