Therapeutisches Reiten

Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 können Kinder der Gemeinschaftsgrundschule zusätzlich beim Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren im Rahmen einer Reittherapie gefördert werden. Begleitet durch eine Lehrerin, die als Reittherapeutin ausgebildet ist, lernen die Kinder z.B.  mit und auf dem Pferd Ängste zu überwinden, Aggressionen abzubauen und soziale Verhaltensweisen zu trainieren.

Das Medium Pferd bietet komplexe Möglichkeiten: Es schenkt emotionale Wärme, Nähe, Erfolgserlebnisse und ermöglicht neben der Förderung im emotionalen und sozialen Bereich eine Förderung der Motorik, der Selbstwahrnehmung und der Entspannung. Der Umgang mit dem Pferd - ob bei der Pflege, beim Reiten oder Voltigieren - fordert den ganzen Menschen und fördert somit immer die Gesamtpersönlichkeit in den wesentlichen Bereichen der Motorik, des Sozialverhaltens und der Emotionalität. Mit Hilfe des Pferdes, des Umgangs mit ihm, des Reitens selbst und der Beziehung des Reittherapeuten zum Kind können fördernde Prozesse initiiert und unterstützt werden. 

Die Eigenschaften des Pferdes sind besonders geeignet, das Kind zu motivieren und Vertrauen aufzubauen. Pädagogisch-psychologische Handlungsweisen und Zielvorstellungen spielen sich dabei in einem “unmerklichen” Gesamtrahmen ab. Sie können beim Kind unter großer Zurückhaltung des Erwachsenen und durch das In-den-Vordergrund-stellen des Pferdes nachhaltig und intensiv wirken.

In der individuell ausgerichteten Reittherapie werden zunächst Übungen eingesetzt, die einem reduzierten Fähigkeitsniveau angepasst sind und sehr ursprüngliche Erfahrungen ermöglichen, wie z.B. getragen werden, das warme, weiche Fell spüren oder die rhythmischen Bewegungen des Pferdes wahrnehmen. Die Therapieeinheiten, an denen in der Regel jeweils zwei Kinder teilnehmen, bauen entsprechend zielorientiert aufeinander auf. Die Kinder leisten dabei gegenseitige Hilfestellung, “bewältigen” gemeinsam Aufgaben oder teilen Verantwortung. Zielbereiche der partnerschaftlich orientierten Reittherapie sind Aufbau von Vertrauen, Abbau von Ängsten, Aggressionen und Antipathien, Trainieren sozialer Verhaltensweisen und Ausbau von kommunikativen Fertigkeiten. Die Beziehung zum Pferd bildet dabei die Basis für eine ungezwungene Förderung. So ist auch die Pferdepflege und der Umgang mit dem Pferd zentraler Bestandteil der Reittherapie. 

Im Vordergrund steht die individuelle Förderung der Entwicklung, des Befindens und des Verhaltens.

Über die Teilnahme an der Reittherapie entscheidet die Förderkonferenz. Da es sich um ein schulisches Angebot handelt, entscheiden die das Kind unterrichtenden Kolleginnen. Inzwischen stellen Eltern gezielt Anträge.