Leistungskonzept 

Leistungskonzept der Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg


Inhalt


1. Entwicklung des Leistungskonzepts 


2. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Mathematik

  2.1 Kompetenzbereiche 

  2.2 Leistungen fördern und bewerten


 3. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Deutsch

  3.1 Kompetenzbereiche 

  3.2 Leistungen fördern und bewerten


 4. Differenzierte Leistungsbewertung im Sachunterricht

  4.1 Kompetenzbereiche 

  4.2 Leistungen fördern und bewerten


5. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Englisch

  5.1 Kompetenzbereiche 

  5.2 Leistungen fördern und bewerten


 6. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Sport/ Schwimmen

  6.1 Kompetenzbereiche 

  6.2 Leistungen fördern und bewerten


7. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Kunst 

  7.1 Kompetenzbereiche

  7.2 Leistungen fördern und bewerten

 

8. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Englisch

  8.1 Kompetenzbereiche 

  8.2 Leistungen fördern und bewerten


 9. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Musik     

  9.1 Kompetenzbereiche 

  9.2 Leistungen fördern und bewerten


 10. Leistungsbereiche Arbeits- und Sozialverhalten


11. Individuelle Förderung

  11.1 Förderung in der Schuleingangsphase

  11.2 Förderung in den Jahrgängen 3 und 4

  11.3 Außerunterrichtliche Fördermöglichkeiten

  11.4 LRS

  11.5 Dyskalkulie


12. Begabtenförderung

  12.1 Mathematik

  12.2 Französisch


13. Sprachsensibler Unterricht


14. Verzahnung OGS


15. Kompetenzorientierte Zeugnisse

  15.1 Schuleingangsphase (SEP)

  15.2 Klassen 3 und 4




  1. Entwicklung des Leistungskonzepts

Die Förderung der individuellen Leistungsfähigkeit, prozessbezogener Kompetenzen sowie die Entwicklung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern ist ein zentrales Ziel an der Gemeinschaftsgrundschule. Das Leistungskonzept ist daher so konzipiert, dass sowohl das Erreichen der unterschiedlichen Kompetenzen als auch die Lern- und Persönlichkeits-entwicklung eines jeden Kindes Berücksichtigung in der Beurteilung finden. Für die Förderung ist es daher neben geeignetem Material von Bedeutung, Kriterien und angemessene Indikatoren festzulegen, auf die sich das Team der Gemeinschaftsgrundschule stützen kann.

Um stets den individuell aktuellen Standort eines jeden Kindes dokumentieren zu können, arbeiten wir mit ein und derselben Übersicht im täglichen Unterrichtsalltag, in Förderplänen, Grundlagen zum Elternsprechtag und zu den Zeugnissen. Das Raster erscheint also nicht nur in unseren Ankreuz-Zeugnissen, sondern ist gleichzeitig Grundlage in jedweder Übersicht zur Leistungskontrolle, unabhängig davon ob mündliche/schriftliche Tagesleistungen, Ergebnisse schriftlicher Arbeiten oder Entwicklungsfortschritte der Kinder festzuhalten sind. Da auch die Förderplanung eines jeden Kindes in diesem Raster erfolgt, können Lehrer den Kindern und Eltern zu jedem Zeitpunkt einer Nachfrage Auskunft zum aktuellen Leistungsstand geben und durch Mehrfacheintragungen in verschiedenen Farben individuelle Veränderungen aufzeigen. Daraus lassen sich dann Schlüsse ziehen wie das entsprechende Kind im Weiteren zu fördern und zu fordern ist.

Dies ist vergleichbar mit einem kontinuierlichen Lerntagebuch, sodass eine statische Fixierung auf den Elternsprechtag oder Zeugniszeitpunkt entfällt und eine lebendige und dynamische Leistungsbewertung vorliegt. Um auch den Kindern anschaulich und nachvollziehbar zu erklären, wo sie gerade stehen und was noch zu tun ist, verwenden wir eine Sprache, die sich in DU-Form am kindlichen Verständnis anlehnt.



2. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Mathematik

2.1 Kompetenzbereiche 

Im Fach Mathematik arbeiten und bewerten wir entsprechend den Richtlinien und Lehrplänen in drei Kompetenzbereichen: 

  • Zahlen und Operationen
  • Raum und Form
  • Größen und Messen

Die Bewertungsgrundlage basiert auf den folgenden Kompetenzen:


Zahlen und Operationen


Erstes Schuljahr:

  • Orientierung im Zahlenraum bis 20
  • Kopfrechnen (im Zahlenraum bis 20)
  • Lösen von Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 20
  • Lösen von Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 20
  • Kennen und Nutzen von Rechenstrategien


Zweites Schuljahr:

  • Orientierung im Zahlenraum bis 100
  • Kennen wichtiger Aufgaben im Zahlenraum bis 20
  • Kopfrechnen im Zahlenraum bis 100
  • Kennen und Nutzen von Rechenstrategien
  • Lösen von Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 100
  • Lösen von Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 100
  • Lösen der Aufgaben des kleinen Einmaleins
  • Erklären von Rechenwegen
  • Kennen und Erklären von Fachbegriffen


Drittes Schuljahr:

  • Orientierung im Zahlenraum bis 1000
  • Korrekte Verwendung von Fachbegriffen
  • Halbschriftliches und schriftliches Lösen von Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 1000
  • Halbschriftliches und schriftliches Lösen von Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 1000
  • Lösen von Sachaufgaben
  • Mathematische Fragen und Aufgaben zu Sachaufgaben formulieren und diese lösen
  • Zahlbeziehungen und Rechenstrategien für vorteilhaftes Rechnen nutzen
  • Kopfrechnen


Viertes Schuljahr:

  • Orientierung im Zahlenraum bis 1.000.000
  • Korrekte Verwendung von Fachbegriffen
  • Halbschriftliches und schriftliches Lösen von Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 1.000.000
  • Halbschriftliches und schriftliches Lösen von Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 1.000.000
  • Lösen von Sachaufgaben
  • Mathematische Fragen und Aufgaben zu Sachaufgaben formulieren und diese lösen
  • Zahlbeziehungen und Rechenstrategien für vorteilhaftes Rechnen nutzen
  • Kopfrechnen



Raum und Form


Erstes Schuljahr:

  • Benennen und Untersuchen geometrischer Formen


Zweites Schuljahr:

  • Erkennen und Benennen geometrischer Körper
  • Herstellen symmetrischer Figuren


Drittes Schuljahr:

  • Ebene Figuren untersuchen und benennen
  • Flächeninhalt bestimmen und vergleichen
  • Umfang bestimmen und vergleichen
  • Geometrische Körper erkennen und benennen
  • Würfelnetze erkennen
  • Symmetrische Figuren erzeugen
  • Eigenschaften der Achsensymmetrie nutzen


Viertes Schuljahr:

  • Ebene Figuren untersuchen und benennen
  • Flächeninhalt bestimmen und vergleichen
  • Umfang bestimmen und vergleichen
  • Geometrische Körper erkennen und benennen
  • Würfelnetze erkennen
  • Symmetrische Figuren erzeugen
  • Eigenschaften der Achsensymmetrie nutzen



Größen und Messen


Erstes Schuljahr:

  • Richtiges Verwenden bekannter Einheiten für Längen, Zeitspannen und Geldwerte
  • Vergleichen und ordnen von Geldbeträgen
  • Finden und lösen von Rechenaufgaben zu einfachen Sachaufgaben


Zweites Schuljahr:

  • Richtiges Verwenden bekannter Einheiten für Längen, Zeitspannen und Geldwerte
  • Vergleichen und Ordnen von Geldbeträgen
  • Lesen und Einstellen einfacher Uhrzeiten
  • Finden und Lösen von Rechenaufgaben zu einfachen Sachaufgaben


Drittes Schuljahr:

  • Vergleichen und Ordnen von Größen
  • Rechnen mit Größen
  • Sammeln und Darstellen von verschiedenen Daten
  • Ableiten von Informationen


Viertes Schuljahr:

  • Vergleichen und Ordnen von Größen
  • Rechnen mit Größen
  • Sammeln und Darstellen von verschiedenen Daten
  • Ableiten von Informationen



 2.2 Leistungen fördern und bewerten

Da wir an der Gemeinschaftsgrundschule Inklusion aktiv leben und jedes Kind entsprechend seinem Lerntempo lernen kann, arbeiten wir mit dem Unterrichtswerk „Matherad“. Dieses Lehrwerk wurde für einen individualisierten Mathematikunterricht in der Grundschule konzipiert. Mit dem Matherad kann kleinschrittig gelehrt und gelernt werden in der Form, dass sich jedes Kind nach einer gewissen Einarbeitung auch weitgehend allein die Lerninhalte erarbeiten kann. In unserem Schulprogramm ist hierzu schon Grundsätzliches beschrieben (siehe dort Mathematikunterricht). 

Selbstverständlich wechseln hier unabhängig vom Lehrwerk im Unterricht die Arbeitsformen ab. Es gibt allgemeine Einführungen wie immer, Einzel, Partner- und Gruppenarbeit, Mathekonferenzen (hier gehen Kinder möglichst eigenständig mathematische Problemstellungen an), Expertenrunden, gemeinsame Spielphasen und allgemeine Themenbereiche, die gemeinsam erarbeitet werden. 

Auf diese Weise ist auch die Leistungsbewertung ein dynamisches Geschehen, das jedes Kind im täglichen Unterricht über verschiedene Rückmeldungen erfahren kann. Es erfährt sich als das lernende, aber auch erkundende sowie erfragende oder auch als das erklärende Kind, das sich einbringen, anderen helfen und sein Wissen anwenden kann (prozessbezogene Kompetenzen). Dies führt nicht nur zu einem kognitiven Lernzuwachs, sondern auch zu einer Bereicherung hinsichtlich sozialer Kompetenzen. Denn es ist uns besonders wichtig, dass unsere Kinder sich nicht nur als Wissende beweisen können, sondern gerade auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung erspüren können.

Im Mathematikunterricht der Grundschule lassen sich laut Bildungsstandards (KMK) folgende drei Anforderungsbereiche unterscheiden:

  • Reproduzieren (AB I) Grundwissen, Routinefertigkeiten
  • Zusammenhänge herstellen (AB II) Erkennen und Nutzen von Zusammenhängen
  • Verallgemeinern und Reflektieren (AB III)Strukturieren, Entwickeln von Strategien, Beurteilung und Verallgemeinern

Für die Lehrkraft ist dabei eine genaue Beobachtung der Schülerinnen und Schüler von besonderer Bedeutung, um die individuelle Lernentwicklung optimal zu begleiten.

Das Lehrwerk „Matherad“ bietet unterschiedliches Material an, das wir zur Bewertung (unterschiedliche Gewichtung) der erreichten Kompetenzstufen nutzen:

  • (Eingangsdiagnostik)
  • Beobachtungsbögen
  • Selbsteinschätzungsbögen
  • Teste dich-Bögen
  • Lernzielkontrollen 
  • 5-Minuten-Tests

Die Leistungsbewertung orientiert sich an den Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase und am Ende der Klasse 4.

In den schriftlichen Arbeiten (Lernzielkontrollen, 5-Minuten-Tests) liegt der Schwerpunkt bei der Ermittlung der Kompetenzbereiche, da hier einzelne Kompetenzen nachweisbar sind.

Folgende schriftliche Arbeiten sind für den Zeitraum eines Schuljahres grundlegend angesetzt (unter Berücksichtigung der individuellen Förderung):

  • 4 Lernzielkontrollen zum Bereich „Zahlen und Operationen“ (Matherad-Farbbereiche: blau, gelb, grün und rot)
  • 2-4 Lernzielkontrollen aus den Bereichen „Raum und Form“, „Größen und Messen“ und „Daten, Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit“ (Matherad-Farbbereich lila)
  • Kopfrechentests

Des Weiteren fließen prozessbezogene Kompetenzen wie z.B. das Verbalisieren mathematischer Prozesse, Strukturen und Beziehungen in Partner- oder Gruppenarbeiten, Mathekonferenzen und Unterrichtgesprächen sowie die Qualität der Erarbeitungen in den Büchern und mit dem unterschiedlichen Material in die Bewertung ein.



3. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Deutsch

Sprache hat grundlegende Bedeutung für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder. Aufgabe des Deutschunterrichts in der Grundschule ist es, den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende sprachliche Bildung zu vermitteln, damit sie in gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen handlungsfähig sind. 

Das Fach Deutsch gliedert sich auf in die Bereiche Sprachgebrauch (mündlich/schriftlich), Lesen und Rechtschreiben.


3.1 Kompetenzbereiche


Sprachgebrauch


Erstes Schuljahr:

  • Zuhören
  • Rückfragen stellen
  • In der Klasse erzählen
  • Beteiligung an Gesprächen
  • Deutlich und artikuliert sprechen
  • Erlebnisse und Geschichten verständlich erzählen


Zweites Schuljahr:

  • Zuhören
  • Rückfragen stellen
  • In der Klasse erzählen
  • Beteiligung an Gesprächen
  • Deutlich und artikuliert sprechen
  • Erlebnisse und Geschichten verständlich erzählen


Drittes Schuljahr:

  • Zuhören 
  • Rückfragen stellen
  • Einbringen von Gesprächsbeiträgen
  • Deutlich und artikuliert sprechen
  • Erlebnisse und Sachverhalte zusammenhängend und verständlich darstellen
  • Grammatikalisch korrekte Sätze bilden
  • Eigene Schreibideen entwickeln
  • Texte verschiedener Textsorten nach festgelegten Kriterien aufschreiben
  • Textentwürfe in Bezug auf vereinbarte Schreibkriterien und verwendete sprachliche Mittel überarbeiten


Viertes Schuljahr:

  • Zuhören 
  • Rückfragen stellen
  • Einbringen von Gesprächsbeiträgen
  • Deutlich und artikuliert sprechen
  • Erlebnisse und Sachverhalte zusammenhängend und verständlich darstellen
  • Grammatikalisch korrekte Sätze bilden
  • Eigene Schreibideen entwickeln
  • Texte verschiedener Textsorten nach festgelegten Kriterien aufschreiben
  • Textentwürfe in Bezug auf vereinbarte Schreibkriterien und verwendete sprachliche Mittel überarbeiten


Schreiben


Erstes Schuljahr:

  • Lesbares Schreiben in Druckschrift
  • Entwickeln von Schreibideen


Zweites Schuljahr:

  • Lesbares Schreiben in Druckschrift
  • Entwickeln von Schreibideen
  • Schreiben vollständiger Sätze
  • Verständliches Aufschreiben
  • Beachten von Vorgaben


Rechtschreiben


Erstes Schuljahr:

  • Erarbeitung aller Buchstaben im Buchstabenordner
  • Lautgetreues Schreiben
  • Einhalten von Wortgrenzen


Zweites Schuljahr:

  • Lautgetreues Schreiben
  • Einhalten von Wortgrenzen
  • Üben in der Rechtschreibwerkstatt
  • Anwenden von Regeln zum Abschreiben
  • Kontrollieren
  • Nomen erkennen und großschreiben
  • Satzgrenzen erkennen und Satzanfänge großschreiben
  • Wörter sammeln und ordnen
  • Untersuchen der Schreibweise durch Ableiten


Drittes Schuljahr:

  • Anwenden von Regeln zum Abschreiben
  • Anwenden bekannter Rechtschreibstrategien zum normgerechten Schreiben
  • Kontrollieren
  • Groß schreiben von Nomen und Satzanfängen
  • Korrektes Verwenden von Satzschlusszeichen sowie Zeichen der wörtlichen Rede
  • Wörter den Wortarten zuordnen
  • Üben in der Rechtschreibwerkstatt


Viertes Schuljahr:

  • Anwenden von Regeln zum Abschreiben
  • Anwenden bekannter Rechtschreibstrategien zum normgerechten Schreiben
  • Kontrollieren
  • Großschreiben von Nomen und Satzanfängen
  • Korrektes Verwenden von Satzschlusszeichen sowie Zeichen der wörtlichen Rede
  • Wörter den Wortarten zuordnen
  • Üben in der Rechtschreibwerkstatt


Lesen


Erstes Schuljahr:

  • Lesen von Wörtern
  • Lesen und Verstehen kurzer Texte


Zweites Schuljahr:

  • Lesen und Verstehen kurzer Texte
  • Arbeitsaufträge lesen und umsetzen
  • Fragen zu Texten beantworten


Drittes Schuljahr:

  • Schriftliche Arbeitsanweisungen verstehen und diese selbstständig umsetzen
  • In Texten gezielt Informationen finden und diese wiedergeben
  • Kennen und nutzen von Lesestrategien
  • In Medien zu verschiedenen Themen recherchieren


Viertes Schuljahr:

  • Schriftliche Arbeitsanweisungen verstehen und diese selbstständig umsetzen
  • In Texten gezielt Informationen finden und diese wiedergeben
  • Kennen und Nutzen von Lesestrategien
  • In Medien zu verschiedenen Themen recherchieren


3.2 Leistungen fördern und bewerten


Sprachgebrauch

Mündlicher Sprachgebrauch

Sprechen und Zuhören ist immer auch soziales Handeln. Mündliche Verständigung erfordert differenzierte Ausdrucksmöglichkeiten auf der verbalen und nonverbalen Ebene.

Schülerinnen und Schüler lernen, sich in Gesprächen an gemeinsam erarbeitete Regeln zu halten, eigene Positionen sachlich und fair zu vertreten und ggf. die eigene Sichtweise zu revidieren.


Um die Kinder von Beginn an zum Sprechen vor der Klasse zu motivieren und eine harmonische Gesprächskultur zu entwickeln, werden Rituale und Regeln für die Durchführung des Erzählkreises eingeführt, dazu gehören z.B. das aktive Zuhören, gezielte Rückfragen stellen, deutliches und artikuliertes Sprechen sowie Rituale wie Meldekette, Erzählstein.

Ziel ist es, dass die Kinder gemeinsam in Austausch kommen über Erlebtes oder über Unterrichtsinhalte, so dass der Lehrer mehr und mehr die Rolle des Gesprächsbeobachters als die des Gesprächsleiters übernehmen kann. Dabei können gezielte Impulse des Lehrers nützlich sein.



Schriftlicher Sprachgebrauch

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sich durch Schreiben zusätzliche sprachliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Dabei müssen zusätzlich Regelhaftigkeiten und Konventionen sowie die orthografische Richtigkeit beachtet werden. 

Um die Schreibmotivation der Kinder zu Beginn ihrer Schulzeit aufzugreifen, beginnen wir im ersten Schuljahr mit der Arbeit in der Anlauttabelle nach dem Konzept „Lesen durch Schreiben“. Viele Kinder kommen bereits mit Vorerfahrungen in die Schule und sind stolz, wenn ihnen von Beginn an alle Buchstaben zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe der Anlauttabelle sind die Kinder ziemlich schnell in der Lage, Wörter zu Papier zu bringen. 

Zur Übung und Vertiefung der richtigen Schreibrichtung der einzelnen Buchstaben, erarbeiten sich die Kinder nach einer Einführungsphase Schritt für Schritt die einzelnen Buchstaben. Dabei ist wichtig, unterschiedliche Kanäle zum Lernen zu nutzen. Auch soll die Schreibmotivation der Kinder durch individuelle Herangehensweise und Bearbeitungszeit des Buchstabenlehrgangs erhalten und gefördert werden. 

Von Beginn an werden die Kinder angehalten, eigene Wörter, kleine Sätze und Geschichten je nach ihrem Vermögen aufzuschreiben. 

Hierzu dient u.a. ein Heft für Wochenendgeschichten ebenso wie verschiedene Impulse, um Schreibideen zu initiieren und Kinder auch individuell fördern und fordern zu können (z. B. Bildkarten, Fortsetzungsgeschichten, Bilderbücher…).

Um die Handmotorik von Beginn an zu schulen, ist es sinnvoll, entsprechende Schwungübungen u.ä. zur Lockerung der Hand einzusetzen.

Wenn der Anfangslehrgang zu den Druckbuchstaben beendet ist, kann entsprechend der individuell ausgebildeten handmotorischen Fähigkeiten mit der Schreibschrift begonnen werden.

Später wird der Blickwinkel beim Schreiben von Geschichten auf die Teilprozesse Planen, Aufschreiben und Überarbeiten von Texten gelenkt, die beim Verfassen von Texten ineinandergreifen. 

Wichtig werden in der Aufsatzerziehung dann auch stilistische Merkmale wie z.B. verschiedene Satzanfänge. Um diese einzuführen, zu üben und den Kindern transparent zu machen, gibt es „kleine Helfer“, die Schreibhandwerker.

 

Rechtschreiben

Grundlage für erfolgreiches Schreibenlernen ist die phonologische Bewusstheit. Durch den vielfältigen Umgang mit Wörtern, durch Vergleichen, Nachschlagen (Wörterbücher) und Anwenden von Regeln erwerben die Schüler Rechtschreibstrategien.

Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit sind Hörübungen und deutliches Mitsprechen beim Schreiben von Wörtern besonders wichtig. Ebenso ist den Kindern die Gliederung der Wörter in Silben beim Erlernen der Rechtschreibung eine große Hilfe. 

Nach und nach werden die verschiedenen Rechtschreibphänomene thematisiert und geübt, hauptsächlich in unserem Lehrwerk Tinto, aber auch in Klasse 2 und 3 zusätzlich im Rechtschreiben Selbstlernheft, so wie in Abschreibübungen und Abschreibtexten.

In frei geschriebenen Texten der Kinder macht der Lehrer die Kinder auf die Schreibung der Wörter aufmerksam, je nach Leistungsstand der Schüler gibt er Tipps zur Korrektur.

Ab Klasse 2 wird ein Wörterheft angelegt, in dem Lernwörter aus Tinto sowie eine Liste der Häufigkeitswörter aufgeschrieben werden. Ergänzt wird die Wörtersammlung durch den individuellen Wortschatz. Regeln zur Rechtschreibung werden hier ebenfalls festgehalten.

Bei Unsicherheiten in der Rechtschreibung kann den Kindern ein Nachschlagewerk helfen, in denen sie die korrekte Schreibung von Wörtern nachschauen. 

Kindern mit besonderen Begabungen im Schreiben kommen das Schreiben von Geschichten so wie die Arbeit an speziellen Rechtschreibphänomenen, z.B. im Rahmen der Rechtschreibwerkstatt, zugute.


Lesen

Im Schriftspracherwerb unterstützen sich Schreiben und Lesen gegenseitig. 

Über Lesen wird eine Vielzahl von Lebensbereichen erschlossen; neben Informationen werden Wertvorstellungen und kulturelle Inhalte vermittelt. Damit nimmt das Lesenkönnen eine Schlüsselfunktion für erfolgreiches Lernen ein. 


Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Lesen und der bewusste Umgang mit unterschiedlichen Texten und Medien Vergnügen bereiten.


Beim Leselernprozess greifen unterschiedliche Teilfähigkeiten ineinander. Leseanfängerinnen und Leseanfänger übersetzen Buchstaben in Lautfolgen, mit fortschreitender Lesefähigkeit werden Buchstabenverbindungen geläufig und auch simultan erkannt.

Die unterschiedlichen Lesestufen werden mit verschiedenen Materialien erarbeitet und gefördert, von Lesen und Malen über Wort-Bild-Zuordnungen und über das Lesen von Sätzen bis hin zur Beantwortungen von Fragen zu Texten. 

Das Textverstehen kann durch unterschiedliche Lesestrategien unterstützt werden. Lesemotivation und Erfahrung mit unterschiedlichen Texten bedingen sich 

gegenseitig und führen zu einem kompetenten Umgang mit Texten. 

So werden die Kinder z.B. in unserem Tinto-Lehrwerk dazu angehalten, Antworten zu Fragen direkt im Text zu unterstreichen, Stichpunkte zu einem Abschnitt zu notieren oder Zwischenüberschriften zu Abschnitten zu finden.

In unserer Schul- oder Klassenbücherei werden den Schülern neben den Leseübungen aus dem Schulalltag (z.B. Übungshefte „Lesen. Das Training“ für die Klassen 2 bis 4) Leseanreize geschaffen, in denen sie sich interessenbezogen eine Lektüre auswählen können.

An unserer Schule lesen die Kinder im Rahmen der Buchwoche einmal im Jahr eine Ganzschrift. Diese Auseinandersetzung mit einer Lektüre stellt für die Kinder eine besondere Lesemotivation dar, da sie in gemütlicher Atmosphäre eine Woche lang in die Welt von Fantasie- oder Abenteuergeschichten abtauchen können.

Kinder, die über ein relativ gesichertes Leseverständnis und Lesetempo verfügen, werden in das Programm Antolin eingeführt. Hier können Kinder online Fragen zu einem bereits gelesenen Buch beantworten und bei richtig beantworteten Fragen Punkte sammeln. Die Antolin-Leseaufgaben können im Rahmen der iPad-Stunden in der Schule als auch zu Hause bearbeitet werden.

In der Benotung des Unterrichtsfaches Deutsch auf dem Zeugnis ab Klasse drei werden alle drei Einzelbereiche des Deutschunterrichts einzeln bewertet. Zusätzlich gibt es auf dem Zeugnis eine Gesamtnote Deutsch, die sich je nach Schuljahr mit unterschiedlicher Gewichtung der einzelnen Bereiche zusammensetzt.


Um bei Kindern, die besondere Schwierigkeiten im Erlenen des Lesens und der Rechtschreibung haben, die Motivation am Lernen zu erhalten, bieten wir spezielle Förderkurse an, in denen die Schreibung von Wörtern und das Lesen gesondert und mit Hilfsmaterialien (Lesepfeil, Silbenbögen) geübt wird. 



4. Differenzierte Leistungsbewertung im Sachunterricht


4.1 Kompetenzbereiche

Im Fach Sachunterricht arbeiten und bewerten wir entsprechend der Richtlinien und Lehrpläne in den folgenden Kompetenzbereichen:

  • Natur und Leben
  • Technik und Arbeitswelt
  • Raum, Umwelt und Mobilität
  • Mensch und Gemeinschaft
  • Zeit und Kultur


Erstes Schuljahr:

  • Entdecken von Eigenschaften in Experimenten
  • Untersuchen und Beschreiben von Eigenschaften unseres Körpers und Benennen von Möglichkeiten zur gesunden Lebensführung
  • Beobachten und Benennen ausgewählter Pflanzen und Tiere sowie deren Merkmale und Lebensbedingungen
  • Kennen der Bedeutung wichtiger Verkehrszeichen und geltender Verkehrsregeln
  • Verwenden unterschiedlicher Zeiteinteilungen und Zeitmessungen


Zweites Schuljahr:

  • Entdecken von Eigenschaften in Experimenten
  • Untersuchen und Beschreiben von Eigenschaften unseres Körpers und Benennen von Möglichkeiten zur gesunden Lebensführung
  • Beobachten und Benennen ausgewählter Pflanzen und Tiere sowie deren Merkmale und Lebensbedingungen
  • Kennen der Bedeutung wichtiger Verkehrszeichen und geltender Verkehrsregeln
  • Verwenden unterschiedlicher Zeiteinteilungen und Zeitmessungen


Drittes Schuljahr:

  • Interessiertes Mitarbeiten
  • Ordnungsgemäßes Anwenden naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen (Experimentieren, Beobachten, Skizzieren)
  • Beschreiben der Lebensbedingungen und der Entwicklung von Tieren und Pflanzen
  • Beschreiben von Veränderungen in der Natur und Umwelt


Viertes Schuljahr:

  • Interessiertes Mitarbeiten
  • Ordnungsgemäßes Anwenden naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen (Experimentieren, Beobachten, Skizzieren)
  • Beschreiben der Lebensbedingungen und der Entwicklung von Tieren und Pflanzen
  • Beschreiben von Veränderungen in der Natur und Umwelt


4.2 Leistungen fördern und bewerten

Die Leistungsbewertung im Fach Sachunterricht orientiert sich inhaltlich an den Kompetenzerwartungen, die in den Richtlinien und Lehrplänen aufgeführt sind.

Dabei finden fachbezogene Bewertungskriterien besondere Berücksichtigung:

  • das Planen, Aufbauen und Durchführen von Versuchen
  • das Anlegen von Sammlungen und Ausstellungen
  • die Pflege von Tieren und Pflanzen
  • die Nutzung von Werkzeugen und Messinstrumenten
  • das Anfertigen von Tabellen, Zeichnungen, Collagen und Karten
  • das Bauen von Modellen

Grundlage der Leistungsbewertung sind alle von den Schülerinnen und Schülern erbrachten mündlichen, schriftlichen und praktischen Leistungen. Hierzu zählt auch das eigene Einbringen in Partner- und Gruppenarbeiten. Als Leistungen werden nicht nur Ergebnisse, sondern auch Anstrengungen und Lernfortschritte bewertet.

Bei der Beurteilung der mündlichen Mitarbeit sowie der schriftlichen und praktischen Arbeiten werden folgende Aspekte berücksichtigt:


Mündliche Mitarbeit

  • aktive Beteiligung an den Unterrichtsgesprächen (Quantität und Qualität der Beiträge)
  • Reproduktion des Gelernten
  • sachgemäße Anwendung von Fachbegriffen
  • Problemlösen
  • Übertragung des Gelernten in neue Zusammenhänge
  • Präsentation der Ergebnisse
  • Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft


Schriftliche Arbeiten

  • Wissens-Quiz
  • Anfertigung von Tabellen, Zeichnungen, Collagen und Karten
  • Dokumentation von Versuchen
  • Führung einer Mappe / eines Heftes / Forschertagebuch / Portfolio
  • Entwerfen von Lernplakaten

     Im Sachunterricht werden keine benoteten Lernzielkontrollen geschrieben.


Praktische Arbeiten

  • Aufbauen und Durchführen von Versuchen
  • Anlegen von Sammlungen und Ausstellungen
  • Pflege von Tieren und Pflanzen
  • Nutzung von Werkzeugen, Messinstrumenten und Materialien
  • Bauen von Modellen
  • Präsentation von Ergebnisse
  • Arbeiten und Lernen in verschiedenen Arbeitsformen (Stationen, Werkstatt, Projektarbeit,…)
  • Kooperatives Lernen (PA, GA)
  • Informationsbeschaffung


Die Bewertungskriterien werden den Schülerinnen und Schülern vorab in altersangemessener Form – z.B. anhand von Beispielen – transparent gemacht.



5. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Englisch

Im Fokus der Leistungsbewertung im Fach Englisch steht die Beobachtung des Lernprozesses der Kinder, wobei sich die Kriterien an den aufgeführten Kompetenzerwartungen in den Richtlinien und Lehrplänen orientieren. Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die Bereiche Hörverstehen, Sprechen und Leseverstehen. In Jahrgangsstufe 3 und 4 kommt der Bereich „Schreiben“ hinzu. Die dem Bereich „Kommunikation - sprachliches Handeln“ zuzuordnenden Schwerpunkte „Hörverstehen“ und „Sprechen“ nehmen hierbei eine hervorgehobene Stellung ein. Diese haben somit in der Gestaltung des Unterrichts, wie auch in der Bewertung der Leistungen ein höheres Gewicht.

 

5.1 Kompetenzbereiche


Erstes Schuljahr (SEP):

  • Aktive Beteiligung am Unterricht (Primat des Mündlichen)
  • Verstehen wiederkehrender Wörter, Sätze, Lieder, Reime (Hörverstehen)
  • Verständigung mit geübten Wörtern und Sätzen in bekannten Gesprächssituationen (Sprechen)
  • Sinngemäßes Verstehen englischer Wörter und Sätze und Wiedergeben ins Deutsche (Sprachmittlung)
  • Lesen und Verstehen englischer Wörter (Lesen)


Zweites Schuljahr (SEP):

  • Aktive Beteiligung am Unterricht (Primat des Mündlichen)
  • Verstehen wiederkehrender Wörter, Sätze, Lieder, Reime (Hörverstehen)
  • Verständigung mit geübten Wörtern und Sätzen in bekannten Gesprächssituationen (Sprechen)
  • Sinngemäßes Verstehen englischer Wörter und Sätze und Wiedergeben ins Deutsche (Sprachmittlung)
  • Lesen und Verstehen englischer Wörter (Lesen)


Drittes Schuljahr:

  • Beteiligung am Unterricht (Primat des Mündlichen)
  • Verstehen von Anweisungen, Fragen und Erzählungen (Hörverstehen und Sprachmittlung)
  • Verständigen mit geübten Wörtern und Sätzen in bekannten Gesprächssituationen (Sprechen)
  • Englische Wörter und Sätze lesen und verstehen (Lesen)
  • Englische Wörter und Sätze schreiben (Schreiben)


Viertes Schuljahr:

  • Beteiligung am Unterricht (Primat des Mündlichen)
  • Verstehen von Anweisungen, Fragen und Erzählungen (Hörverstehen und Sprachmittlung)
  • Verständigen mit geübten Wörtern und Sätzen in bekannten Gesprächssituationen (Sprechen)
  • Englische Wörter und Sätze lesen und verstehen (Lesen)
  • Englische Wörter und Sätze schreiben (Schreiben)


5.2 Leistungen fördern und bewerten

Im Anfangsunterricht Englisch steht die Motivation, sich auf eine Fremdsprache einzulassen, im Vordergrund.

Die Unterrichtssprache soll möglichst Englisch sein, um den Kindern ein intensives „Sprachbad“ zu ermöglichen. Gestik, Mimik und Bilder (flash cards) werden dabei unterstützend eingesetzt, um den Hörverstehensprozess zu erleichtern.

Die Schülerinnen und Schüler erlernen themenbezogen (numbers, colours, school things, animals…) spielerisch neue Wörter und einfache Satzstrukturen.

Storytelling, inhaltliche Themen, die an den Interessen der Kinder ausgerichtet sind, Spiele und Lieder sind wichtige Bestandteile des Fremdsprachenunterrichts.

Das Merken und das Klangbild des Vokabulars werden den Kindern erleichtert durch Lieder, Reime und TPR-Übungen (Bewegungen).

Um die Sprachbarriere der Kinder aufzubrechen und auf die richtige Aussprache der Kinder zu achten, sind regelmäßige Chor- und Nachsprechübungen wichtig.

Dabei bieten feste Rituale den Kindern einen sicheren Rahmen, in dem sie sich mehr und mehr zutrauen.

Das Erlernen des Vokabulars wird den Kindern erleichtert durch Lieder, Reime und TPR-Übungen (Bewegungen).

Wort-Bild-Zuordnungen sichern den Wortschatz und fördern das Lesen englischer Wörter. Klang und Aussprache der Wörter müssen gesichert sein, bevor das Lesen miteinbezogen werden kann.

In den dritten und vierten Klassen wird das sprachliche Repertoire der Kinder bezüglich der Wortfelder und Satzstrukturen erweitert. Gelernte Satzmuster werden verinnerlicht und auf andere Kontexte übertragen. 

Dabei ist die kommunikative Kompetenz ein wichtiger Schwerpunkt (Verständigung mit anderen Kindern in Partner- oder Gruppenarbeit), z.B. Interviews, Frage-Antwort-Spiele, Domino…)

Die Lesekompetenz erweitert sich auf längere englische Sätze und Texte, wobei die Kinder lernen, dass man nicht jedes Wort kennen muss, um den Sinn des Textes zu verstehen.

In den dritten und vierten Klassen wird zudem die Schreibkompetenz bewertet. Die Schülerinnen und Schüler werden an die Schreibung englischer Wörter herangeführt. Die orthographische Leistung wird nur berücksichtigt, wenn Wörter abgeschrieben werden können. Bei frei geschriebenen Texten zu Themen (z.B. Schreiben über sich selbst, Beschreibung von Fantasietieren, des eigenen Zimmers...) liegt  der Schwerpunkt auf der Fähigkeit, sprachlich gesicherte Wörter als geschriebenes Wort in der Fremdsprache abzubilden und so einen Text zu produzieren. 


Leistung im kommunikativen Englischunterricht bedeutet also primär Hörverstehen und mündliche Leistung. Dabei sind die Kommunikationsbereitschaft und die Kommunikationsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler sollen zeigen, dass sie sich mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Redemittel in der fremden Sprache verständigen können. Folgende Kriterien bilden dafür die Basis:


  • Merkfähigkeit der erlernten Wörter und Satzstrukturen
  • Verstehen des Unterrichtsgeschehens: classroom-phrases und Globalverstehen von Unbekanntem 
  • Verständlichkeit (Aussprache der erlernten Wörter und Satzstrukturen)
  • Offenheit mit den Redemitteln zu experimentieren (erlernte Satzmuster auf neue Kontexte übertragen, Satzmuster erkennen und eigene Sätze bilden)


Zusätzlich werden kurze schriftliche Lernzielkontrollen zum Ende jeder thematischen Einheit 

zur Überprüfung des Lese- und Hörverstehens eingesetzt (z.B. aus Discovery Leistungsfeststellung 1/2 bzw. 3/4). Diese werden nicht benotet. Sie können mit Kommentaren wie excellent > well done > keep on trying verdeutlichen, inwieweit die erwarteten Kompetenzen erreicht wurden. Diese Tests sind aber nicht ausschlaggebend für die Zensur. Sie stellen lediglich einen Aspekt neben anderen Beobachtungen und Erarbeitungen dar. 

Der Schwerpunkt Orthografie fließt nicht in die Leistungsbewertung ein. 



6. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Sport/Schwimmen

Der Lehrplan des Faches Sport für die Grundschule in NRW beinhaltet verschiedene Bereiche und Schwerpunkte und ordnet diesen bestimmte Kompetenzerwartungen zu.  Diese Kompetenzerwartungen legen fest, welche Leistungen von den Schülerinnen und Schülern am Ende der Schuleingangsphase und der Klasse 4 erwartet werden. Angeknüpft an den Erwartungen werden auf dem Zeugnis der Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2) und der Klassen 3 und 4 folgende Kompetenzen bewertet: 


6.1 Kompetenzbereiche


Erstes Schuljahr:

  • Zeigen von Einsatzbereitschaft im Sportunterricht
  • Koordiniertes Umsetzen von Bewegungsaufgaben
  • Verstehen von Spielregeln
  • Kooperation mit Anderen


Zweites Schuljahr:

  • Zeigen von Einsatzbereitschaft im Sportunterricht
  • Koordiniertes Umsetzen von Bewegungsaufgaben
  • Verstehen von Spielregeln
  • Kooperation mit Anderen
  • Erwerben von Kompetenzen im Bereich Schwimmen


Drittes Schuljahr:

  • Zeigen von Einsatzbereitschaft im Sportunterricht
  • Koordinatives Umsetzen von Bewegungsaufgaben
  • Verstehen von Spielregeln und deren Umsetzung bei neuen Spielsituationen
  • Erwerben von Kompetenzen im Bereich Schwimmen


Viertes Schuljahr:

  • Zeigen von Einsatzbereitschaft im Sportunterricht
  • Koordinatives Umsetzen von Bewegungsaufgaben
  • Verstehen von Spielregeln und deren Umsetzung bei neuen Spielsituationen


6.2 Leistungen fördern und bewerten

Maßstäbe und Kriterien der Leistungsbewertung werden für die Kinder zu Beginn der Schuleingangsphase, verstärkt ab der dritten Klasse, in einer altersangemessenen Form transparent gemacht.  

Ausgehend von den unterschiedlichen psychischen, körperlichen und sozialen Voraussetzungen von Jungen und Mädchen werden in den einzelnen Inhaltsbereichen Leistungsbewertungen vorgenommen. Dabei sind der individuelle Lernfortschritt sowie die Einsatz- bzw. Anstrengungsbereitschaft besonders zu berücksichtigen. Gleichzeitig spielt die koordinative Umsetzung von Bewegungsaufgaben (beispielsweise Fangspiele mit Bewegungsaufgaben) eine wichtige Rolle.

Folgende zehn Inhaltsbereiche gibt der Lehrplan vor:

  1. Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen
  2. Das Spielen entdecken und Spielräume nutzen
  3. Laufen, Springen, Werfen – Leichtathletik
  4. Bewegen im Wasser – Schwimmen
  5. Bewegen an Geräten – Turnen
  6. Gestalten, Tanzen, Darstellen – Gymnastik/Tanz, Bewegungskünste
  7. Spielen in und mit Regelstrukturen – Sportspiele
  8. Gleiten, Fahren, Rollen – Rollsport, Bootssport, Wintersport
  9. Ringen und Kämpfen - Zweikampfsport 

Das Verstehen und Einhalten von Spielregeln wird im dritten und vierten Jahrgang noch durch das technische und taktische Können erweitert. Hierbei werden die Kinder angeleitet, durch bekannte und unbekannte Sportspiele (Fußball, Mattenball usw.) ihr taktisches und technisches Verständnis zu erweitern und sich am Gestalten neuer Spielregeln kreativ zu beteiligen. 

Neben den Sportspielen, die konkret einen Inhaltsbereich im Lehrplan Sport darstellen, nicht aber von den anderen Bereichen strikt trennbar sind, werden im Laufe der Schuleingangsphase bis zum Ende der Klasse vier weitere sportliche Bereiche durchlaufen (beispielsweise Turnen, Gymnastik/Tanz, Leichtathletik usw.). Diese Inhaltsbereiche werden fortlaufend von pädagogischen Perspektiven wie Kooperieren, Wettkämpfen, etwas wagen und verantworten usw. begleitet. Die dabei erworbenen  Kompetenzen fließen in die Leistungsbewertung mit ein.

Der Inhaltsbereich Schwimmen stellt einen Bereich dar, mit dem einzelne Kinder noch nie in Berührung gekommen sind. Ziel für diese Kinder ist es, am Ende der dritten Klasse, schwimmen zu können bzw. das Seepferdchen zu erwerben und sich angstfrei im schwimmtiefen Wasser möglichst alleine fortbewegen zu können. 

Neben dem Erlernen elementarer Schwimmtechniken ist die Umsetzung von Bewegungsaufgaben (beispielsweise Tauchen und Gleiten) ein weiteres Merkmal, das bei der Leistungsbewertung berücksichtig wird. 

Die Leistungsbewertung im Sport- und Schwimmunterricht besteht dabei grundsätzlich nicht nur aus den unterschiedlichen Beobachtungen der Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts. Mit sogenannten „Kann-Büchern“ dokumentieren die Kinder ihren Lernfortschritt selbstständig; anhand von unterschiedlichen Reflexionsmethoden (z.B. mithilfe einer Zielscheibe) werden taktische Ideen widergespiegelt.

Neben den genannten Methoden werden gelernte Elemente/Disziplinen anhand vorgegebener Standardwerte überprüft und bewertet.



7. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Kunst


7.1 Kompetenzbereiche


Erstes Schuljahr:

  • Zeigen von Freude, Fantasie und Kreativität bei der Gestaltung mit verschiedenen Materialien und Farben
  • Sachgerechter und verantwortungsvoller Umgang mit Materialien und Werkzeugen


Zweites Schuljahr:

  • Zeigen von Freude, Fantasie und Kreativität bei der Gestaltung mit verschiedenen Materialien und Farben
  • Sachgerechter und verantwortungsvoller Umgang mit Materialien und Werkzeugen


Drittes Schuljahr:

  • Zeigen von Freude, Fantasie und Kreativität bei der Gestaltung mit verschiedenen Materialien und Farbe
  • Betrachten und Beschreiben eigener und fremder Werke
  • Berücksichtigen vorgegebener Kriterien


Viertes Schuljahr:

  • Zeigen von Freude, Fantasie und Kreativität bei der Gestaltung mit verschiedenen Materialien und Farbe
  • Betrachten und Beschreiben eigener und fremder Werke
  • Berücksichtigen vorgegebener Kriterien


7.2 Leistungen fördern und bewerten

Im Kunstunterricht steht die Entfaltung der Kreativität und gestalterischen Ausdrucksmöglichkeiten im Vordergrund. Er soll Erfahrungen mit Materialien und Werkzeugen ermöglichen, das Sammeln, Experimentieren, Gestalten und Präsentieren initiieren und das Wahrnehmen herausfordern und zur Reflexion anregen.

Während es in der Schuleingangsphase z.B. noch mehr um das Untersuchen und Beschreiben von Material und Materialeigenschaften geht sowie das Erproben von Werkzeugen und Experimentieren mit Farben und Farbmaterialien, sollen die Kinder in den Klassen 3 und 4 ihre technischen Fertigkeiten erweitern (Werkzeuge sachgerecht einsetzen) und auch Wirkungen untersuchen und Mittel zielgerichtet einsetzen und nutzen. Es entstehen komplexere Gestaltungsarbeiten und die sprachliche Auseinandersetzung in Reflexionen wird ausgebaut.

Bevor die Kinder mit einer individuellen Arbeit beginnen werden die Gestaltungskriterien z.B. anhand der Betrachtung und Besprechung von Beispielen gemeinsam erarbeitet und verdeutlicht, damit sie Klarheit über die Leistungsanforderungen haben. Diese Kriterien werden schriftlich festgehalten und für die Kinder zur Orientierung während der Arbeit visualisiert. Sie haben durch Experimentieren und den kreativen Umgang mit Techniken, Materialien und Werkzeugen die Möglichkeit, die erarbeiteten Kriterien zu erfüllen und gleichzeitig ihre Originalität einzubringen. Neben der Rückmeldung durch die Lehrkraft spielt auch der gemeinsame Austausch über (Zwischen-) Ergebnisse und Gestaltungsprozesse im Kunstunterricht eine Rolle. Die Kinder sprechen über Ausdruck und Aussagekraft einer künstlerischen Lösung und geben sich selbst gegenseitig Hinweise zur Förderung und Verbesserung. Dabei wird die Berücksichtigung und Erfüllung der einzelnen Kriterien eingestuft. So werden die Kriterien und Maßstäbe der Leistungsbewertung für die Kinder nachvollziehbar. Die Schülerinnen und Schüler lernen ihre Arbeitsergebnisse selbst einzuschätzen, unterschiedliche Lösungen gemeinsam zu reflektieren und zunehmend selbst Verantwortung für ihr weiteres Lernen zu übernehmen. 

Die Mitarbeit in Reflexionsphasen und die Umsetzung der Tipps fließen in den Klassen 3 und 4 in die Bewertung ein. Eine umfassende Leistungsbewertung bezieht sowohl die Ergebnisse, die Prozesse als auch die Kommunikations- und Reflexionskompetenz über Gestaltungsprozesse und -produkte mit ein. Auch Anstrengungen und Lernfortschritte finden ihre Berücksichtigung.



8. Differenzierte Leistungsbewertung in den Unterrichtsfächern Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre

In den Unterrichtsfächern Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre ist es von Bedeutung, die einzelnen Themenbereiche des Lehrplans „lebendig“ werden zu lassen; die Schülerinnen und Schüler sollen beispielsweise biblischen Geschichten nachspüren, christliche Feste erleben und deren Ursprung und Bedeutung nachvollziehen sowie Wertevorstellungen und Haltungen weiterentwickeln.

Im ersten Schuljahr setzt die Gemeinschaftsgrundschule dabei den Schwerpunkt auf das Miteinander, das Selbst mit dem Erkennen und Entdecken von eigenen Stärken, auf das Erleben und den Umgang von den ganz unterschiedlichen Gefühlen sowie auf die Vermittlung von Werten. Alle Kinder der Klassengemeinschaft sollen unabhängig von der Religionszugehörigkeit gemeinsam am Religionsunterricht/Ethikunterricht teilnehmen.

Ab dem zweiten Schuljahr findet konfessionsgebundener Religionsunterricht (evangelisch und katholisch) statt.


8.1 Kompetenzbereiche


Erstes Schuljahr:

  • Einlassen auf Themen im Bereich der Ethik und gestalterische Umsetzung (z.B. durch Bilder und Rollenspiele)


Zweites Schuljahr:

  • Einlassen auf religiöse Themen und gestalterische Umsetzung (z.B. durch Bilder, Rollenspiele, Texte)
  • Kennen und Deuten biblischer Geschichten und Erzählungen sowie Festen des erweiterten Jahreskreises der Kirche
  • Erwerben und Festigen von Kenntnissen über den christlichen Glauben (z.B. Feste, Symbole, Rituale und Regeln)


Drittes Schuljahr:

  • Einlassen auf religiöse Themen und gestalterische Umsetzung (z.B. durch Bilder, Rollenspiele, Texte)
  • Kennen und Deuten biblischer Geschichten und Erzählungen sowie Festen des erweiterten Jahreskreises der Kirche
  • Erwerben und Festigen von Kenntnissen über den christlichen Glauben (z.B. Feste, Symbole, Rituale und Regeln)


Viertes Schuljahr:

  • Einlassen auf religiöse Themen und gestalterische Umsetzung (z.B. durch Bilder, Rollenspiele, Texte)
  • Kennen und Deuten biblischer Geschichten und Erzählungen sowie Festen des erweiterten Jahreskreises der Kirche
  • Erwerben und Festigen von Kenntnissen über den christlichen Glauben (z.B. Feste, Symbole, Rituale und Regeln)



8.2 Leistungen fördern und bewerten


Den Kindern wird ein differenziertes Angebot verschiedenster Unterrichtsmethoden gemacht, so dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, die geforderten Ziele individuell zu erreichen.

Kriterien der Leistungsbewertung werden den Schülerinnen und Schülern transparent gemacht; regelmäßige Rückmeldungen ermöglichen konkret, Bewertungen der einzelnen Kompetenzbereiche nachzuvollziehen.  

Grundlage der Bewertung sind alle Leistungen, die von den Schülerinnen und Schülern erbracht werden. Dazu zählen mündliche, schriftliche und praktische Leistungen, die sich wie folgt aufteilen:


  • Grad der sprachlichen und sachlichen Angemessenheit und der inhaltlichen Relevanz
  • Fähigkeit, existentielle Fragen zu stellen und christlich geprägte Antworten zu geben (Erzählkreis)
  • Aktive Mitarbeit im Klassenverband, in der Gruppen- und Partnerarbeit (z. B. auch Lieder singen)
  • Die Bereitschaft, Aufgaben in einer Gruppenarbeit oder in einem Gottesdienst zu übernehmen (Vorträge halten; Fürbitten vortragen)
  • Die Sorgfalt bei der Erstellung von Produkten (Religionsmappe, Ausstellungsstücke)
  • Das Einbringen von Vorwissen sowie Wissen und Kompetenzen aus anderen Fächern (Sprachl. Kompetenz; musische und gestalterische Kompetenz; geschichtliches Wissen; Umgang mit Texten)
  • Es werden im Religionsunterricht aber auch Anstrengungen und Lernfortschritte gewürdigt.



9. Differenzierte Leistungsbewertung im Unterrichtsfach Musik


9.1 Kompetenzbereiche


Erstes Schuljahr:

  • Zeigen von Experimentierfreude mit der Stimme und mit verschiedenen Instrumenten
  • Einlassen auf Hörwerke verschiedener Komponisten
  • Gestalterische Umsetzung von Musik in Bilder, in Form von Bewegung oder durch Spielszenen


Zweites Schuljahr:

  • Zeigen von Experimentierfreude mit der Stimme und mit verschiedenen Instrumenten
  • Einlassen auf Hörwerke verschiedener Komponisten
  • Gestalterische Umsetzung von Musik in Bilder, in Form von Bewegung oder durch Spielszenen


Drittes Schuljahr:

  • Zeigen von Experimentierfreude mit der Stimme und mit verschiedenen Instrumenten
  • Einlassen auf Hörwerke verschiedener Komponisten
  • Unterscheidung von Musikstücken in ihrer Wirkung
  • Richtiges Anwenden erlernter Fachbegriffe
  • Gestalterische Umsetzung von Musik in Bilder, in Form von Bewegung oder durch Spielszenen


Viertes Schuljahr:

  • Zeigen von Experimentierfreude mit der Stimme und mit verschiedenen Instrumenten
  • Einlassen auf Hörwerke verschiedener Komponisten
  • Unterscheidung von Musikstücken in ihrer Wirkung
  • Richtiges Anwenden erlernter Fachbegriffe
  • Gestalterische Umsetzung von Musik in Bilder, in Form von Bewegung oder durch Spielszenen


9.2 Leistungen fördern und bewerten


Die Leistungsbewertung im Fach Musik orientiert sich inhaltlich an den Kompetenzerwartungen, die in den Richtlinien und Lehrplänen aufgeführt sind. Diese gliedern sich in drei Teilbereiche, die gleichermaßen zu berücksichtigen sind:

  • Musik machen
  • Musik hören
  • Musik umsetzen

Grundlage der Leistungsbewertung sind alle von den Schülern erbrachten mündlichen und praktischen Leistungen, sowie sachgemäße Anwendung von Fachbegriffen. Hierzu zählt auch das eigene Einbringen in Partner- und Gruppenarbeiten. 

Folgende Kriterien sind u.a. für die Beurteilung relevant:


Mündliche Mitarbeit

  • aktive Beteiligung an den Unterrichtsgesprächen (Quantität und Qualität der Beiträge)
  • Reproduktion des Gelernten
  • Übertragung des Gelernten in neue Zusammenhänge 
  • Präsentation der Ergebnisse 
  • Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft


Praktische Arbeiten

  • Umgang mit verschiedener Instrumente (auf Instrumenten spielen, mit Instrumenten improvisieren,...)
  • Notationselemente verwenden
  • sich zur Musik bewegen, Musik in Bildern umsetzen, musikalische Szenen gestalten
  • Arbeiten und Lernen in verschiedenen Arbeitsformen (Stationen, Werkstatt, Projektarbeit,…)
  • Kooperatives Lernen (PA, GA) 


Fachspezifische Kriterien

  • sachgemäße Anwendung von Fachbegriffen



10. Leistungsbereiche Arbeits- und Sozialverhalten


Arbeitsverhalten

  • Konzentriertes Arbeiten
  • Schnelles Beginnen mit Aufgaben und zügiges Arbeiten
  • Nachfragen bei Schwierigkeiten
  • Verantwortungsbewusster Umgang mit eigenem Material sowie mit Schulmaterial
  • Sorgfältiges und ordentliches Arbeiten
  • Vollständiges Erledigen von Hausaufgaben/konzentriertes Arbeiten während Lernzeiten
  • Selbstständiges Kontrollieren von Ergebnissen und Korrigieren von Fehlern
  • Selbstständiges Organisieren bekannter Arbeits- und Lernprozesse
  • Zusammenarbeit mit Partnern und in Gruppen


Sozialverhalten

  • Verantwortungsbewusstes Durchführen von Aufgaben für die Klassengemeinschaft
  • Zuverlässiges Einhalten von Absprachen und Regeln
  • Umgang mit Kritik
  • Friedliches Lösen von Konflikten
  • Achten des Verhaltens, der Meinung und der Leistung anderer und Begegnen mit Respekt und Höflichkeit

Die Lehrerkonferenz beschließt die Grundsätze der Leistungsbeurteilung. So wird einer zu großen Unterschiedlichkeit in der Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens in den unterschiedlichen Fächern vorgebeugt. 

Die Basis für die Beurteilung des Verhaltes ist die Beobachtung. Um eine objektive Beobachtung zu ermöglichen, wird das Verhalten der Schülerinnen und Schüler in spezifischen Beobachtungsbögen dokumentiert. Diese Bögen orientieren sich an Kriterien, die jahrgangsstufenspezifisch festgelegt werden. In den Zeugnis- oder Versetzungskonferenzen werden diese Beobachtungen von Fach- und Klassenlehrern zusammengetragen und auf dem Zeugnis zu einer Gesamtbeurteilung zusammengefasst.

Die Beobachtungskriterien sind nicht verpflichtend für jede Unterrichtseinheit oder jedes Fach, sondern richten sich nach den Möglichkeiten des sozialen Lernens oder den Übungsgelegenheiten in der Arbeitsweise, die das Thema und/oder das Fach besonders anbieten. Grundsätzlich gilt: Jedes Kind wird nach seinen individuellen Fortschritten beurteilt und bewertet.



11. Individuelle Förderung


11.1 Förderung in der Schuleingangsphase

Die Klassen 1 und 2 werden als Schuleingangsphase bezeichnet und diese dauert in der Regel zwei Jahre. Sie kann aber auch in einem Jahr oder in drei Jahren durchlaufen werden. Der Besuch der Schuleingangsphase im dritten Jahr wird nicht auf die Dauer der Schulpflicht angerechnet. Die Gemeinschaftsgrundschule stellt sicher, dass alle Kinder die Schuleingangsphase in der für sie erforderlichen Zeit durchlaufen und begleitet Übergänge umsichtig und planvoll.

Unsere Schülerinnen und Schüler werden in allen Bereichen individuell gefördert. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder, die besonderer Unterstützung bedürfen, um im Unterricht erfolgreich mitarbeiten zu können. Zu ihrer Unterstützung gibt es ein präventives Förderkonzept, das Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung umfasst.


Maßnahmen der inneren Differenzierung können sein:

  • Zusätzliches Material, anders strukturiertes Material, Übungsmaterial, Vertiefendes Material
  • Differenzierte Hausaufgaben
  • Rückmeldehefte, Kommunikationshefte (Eltern-Lehrer)
  • Belohnungssysteme
  • Zeitmesser, Gehörschutz
  • Strukturierungshilfen, Ordnungshilfen, Schemata
  • Ritualisierte Abläufe
  • Aufgabenvisualisierungen
  • Anschauungsmittel, Hilfsmittel
  • Helfersystem in der Klasse
  • starke Kooperationspartner in der Klasse
  • Sozialtrainings
  • sonderpädagogische Förderung in der Klasse
  • Schulbegleiter


Maßnahmen der äußeren Differenzierung 

  • Förderunterricht bei der Dipl. Soz.-Päd. in den Bereichen Deutsch, Mathematik, Wahrnehmung, Motorik, Konzentration u.ä.
  • Förderung durch Sonderpädagogen im Einzelfall oder in Kleingruppen in den Bereichen Deutsch, Mathematik, Sprache, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Konzentration, Organisation u.ä.
  • Zusätzliche Förderung in der emotionalen und sozialen Entwicklung
  • Veränderungen in der Stundentafel
  • Sozialtrainings
  • Heimunterricht


Um die optimale Förderung der einzelnen Kinder sicher zu stellen, werden regelmäßig diagnostische Verfahren angewendet (siehe fächerspezifische Testverfahren/Beobachtungsbögen zum Verhalten). Die individuellen Lernfortschritte werden dokumentiert und als Grundlage für die Förderplanung genutzt. Schülerinnen und Schüler mit großen Unterstützungsbedarfen werden schon früh nach einem persönlichen Förderplan unterrichtet, die innere und äußere Differenzierung kann schon nach Schuleintritt beginnen. 

Die Beurteilung der Kinder, die nach einem Förderplan unterrichtet werden, orientiert sich auch an den dort festgeschriebenen Lernzielen. Diese können von dem Erwartungshorizont der Schuleingangsphase abweichen; Ist das der Fall, sind Eltern unmittelbar in Kenntnis zu setzen. 

Ziel der präventiven Förderung soll sein, die Defizite in Rahmen der Schuleingangsphase auszugleichen und dem Kind die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der Jahrgangsstufe 3 zu ermöglichen.

Bei der Diagnose anerkannter Krankheiten oder Behinderungen kann eine Nachteilsausgleich für das betroffene Fach oder alle Fächer individuell vereinbart werden. Die Beurteilung der Kinder erfolgt dann nach den Kompetenzanforderungen der Schuleingangsphase, unter Berücksichtigung ihres auszugleichenden Nachteils.


Den Kindern der Schuleingangsphase kommt zudem eine besonders effektive Form der individuellen Entwicklungs- und Lernförderung zugute: Unsere Diplomsozialpädagogin, die die Schülerinnen und Schüler bereits aus der Phase der Schuleingangsdiagnostik kennt, bereitet schon im Vorfeld die einzelnen Lehrkräfte auf individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten einzelner Kinder vor. Vom ersten Schultag an werden die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule durch die Diplomsozialpädagogin begleitet und unterstützt. Zusätzlich werden individuelle Fördermöglichkeiten für Kindern, die einen erschwerten Zugang zu den Bereichen Grob-/Fein-/Graphomotorik, Wahrnehmung und Konzentration, Sprechen/Sprache oder im Bereich der Mathematik haben, angeboten. 

Die zusätzliche Förderung in einer Kleinst-/Kleingruppe (2 bis 8 Kinder) bietet den Kindern einen gewissen Schonraum, der es ihnen ermöglicht, einen Zugewinn an Handlungssicherheit, Selbstbewusstsein und Leistungsbereitschaft zu erlangen. Dieses positive Selbstkonzept ermöglicht es ihnen, zunehmend auch im Klassenverband aktiv und leistungsbereit am Unterricht teilzunehmen.


11.2 Förderung in den Jahrgängen 3 und 4

Konnten in der Schuleingangsphase nicht alle Defizite in den unterschiedlichsten Lernbereichen ausgeglichen werden, wird üblicherweise in der dritten Klasse ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf  bei den Schülerinnen und Schülern diagnostiziert. (Verfahren nach AO-SF oder schulinternes Feststellungsverfahren)

An der Gemeinschaftsgrundschule beschulen wir inklusiv Kinder in den Förderschwerpunkten "Lernen", "Geistige Entwicklung", "Sprache" und "Emotionale und Soziale Entwicklung". Es wird unterschieden in die zieldifferent lernenden Bildungsgänge "Lernen" und "Geistige Entwicklung" und in zielgleich geförderte Kinder und den Förderschwerpunkten "Sprache" und "Emotionale und Soziale Entwicklung". 

Zielgleich lernende Kinder mit dem Förderschwerpunkt "Emotionale und Soziale Entwicklung" werden besonders in den Bereichen Arbeits- und Sozialverhalten unterstützt. Hier werden individuelle Lernziele vereinbart, zu denen es Rückmeldung in Form von Fließtexten auf dem Zeugnis gibt. Die Kompetenzen der Jahrgangstufen 3/4 müssen diese Schülerinnen und Schüler nur teilweise oder eingeschränkt erreichen. Hier wird wieder in besonderem Maße auf den individuellen Lernfortschritt geschaut. 

Kinder mit Unterstützungsbedarfen im Bereich "Sprache" werden ebenfalls zielgleich unterrichtet. In ihren Förderplänen finden sich spezifisch formulierte Ziele zur Erweiterung des Wortschatzes, Verbesserung der Aussprache oder zum Erlernen der deutschen Grammatik. Kinder mit LRS können - müssen aber nicht zwingend - diesem Förderschwerpunkt zugeordnet werden. 

Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten werden zieldifferent im Bildungsgang "Lernen" unterstützt. Für sie gelten die Kompetenzen der Jahrgangsstufen 3/4 in den unterrichteten Fächern nicht bindend. Je nach Lernstand werden im Förderplan individuelle Lernziele festgehalten, die von den Kindern mit angemessener Anstrengung zu erreichen sind. Regelmäßig wird der Lernstand der Kinder erfasst und dokumentiert. Jährlich wird die Zweckmäßigkeit der sonderpädagogischen Unterstützung überprüft. Im Zeugnis erhalten die Kinder und Eltern Rückmeldung im Fließtext über die Entwicklungsfortschritte. 

Liegt bei einem Kind eine geistige Behinderung vor, wird es in der Regel im zieldifferenten Bildungsgang "Geistige Entwicklung" unterstützt. Die Feststellung dieses Förderschwerpunktes erfolgt meist schon vor oder kurz nach der Einschulung. Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen werden an der Gemeinschaftsgrundschule ebenfalls im gemeinsamen Lernen sonderpädagogisch unterstützt. Die Differenzierung für  Kinder mit Behinderungen gehen weiter als die der Kinder mit Entwicklungsverzögerungen. Hier wird von Beginn an darauf geachtet den Kindern eine Teilnahme am Klassenunterricht zu ermöglichen und dennoch den individuell größten Lernzuwachs zu ermöglichen. Rückmeldung zu diesen Lernfortschritten gibt es im Zeugnis als Fließtext. 


11.3 Außerunterrichtliche Fördermöglichkeiten

Im Offenen Ganztag der Gemeinschaftsgrundschule stellen die außerunterrichtlichen Angebote (teilweise freiwillig, teilweise gebunden) den Schwerpunkt der pädagogischen Praxis dar. Schülerinnen und Schülern werden neue Lerngelegenheiten und Lernzugänge eröffnet – mit dem Ziel, das Lernen vielfältiger, schülerorientierter und anregender zu gestalten. Außerunterrichtliche Angebote unterstützen aber vor allem die Förderung der ganzheitlichen Bildung. Nicht curriculare Inhalte, die sich an den konkreten Interessen und der Lebenswelt der Schüler ausrichten, können miteinbezogen werden. Dabei werden Möglichkeiten zur aktiven Partizipation hervorgehoben.

Viele Angebote werden so ausgewählt, dass eine Verzahnung zum Unterricht erfolgt: In schüleraktivierenden Lernarrangements liegt der Fokus auf der Kompetenzorientierung (Fördern und Fordern), dem sozialen Lernen und der Persönlichkeitsentwicklung, der Schülerpartizipation und dem Entwickeln und Entfalten von Potentialen. Dabei ist eine wertschätzende Haltung gegenüber unseren Schülerinnen und Schülern von großer Bedeutung.

Ein rhythmisierter Tagesablauf der Ganztagsklassen bietet weitere Chancen für die pädagogische Arbeit, indem er die verschiedenen Lern-, Erfahrungs- und Freizeitbereiche in den Schulalltag (auch vor dem Nachmittag) integriert. 

Nicht nur die OGS bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, an außerunterrichtlichen Angeboten teilzunehmen. AGs außerhalb des Offenen Ganztags eröffnen den Kindern Möglichkeiten, sich zu engagieren.


11.4 LRS

Unter Legasthenie oder LRS (Lese-Rechtschreibstörung) versteht man eine umschriebene Entwicklungsstörung des Schriftspracherwerbs, das heißt, eine spezifische Störung beim Erlernen des Lesens oder Schreibens, wobei die Leistung im Lesen / Rechtschreiben unter jener liegt, die aufgrund der Begabung zu erwarten wäre. Die Probleme, das Lesen bzw. das Schreiben altersentsprechend zu erlernen, dürfen dabei nicht durch Seh- oder Hörprobleme, durch unzureichende Beschulung oder unzureichende kognitive Fähigkeiten verursacht werden. Auch psychische oder neurologische Erkrankungen, die die Lernfähigkeit beeinflussen können, dürfen nicht der Grund für die Schwierigkeiten sein.

In der Anfangsphase des Schriftspracherwerbs, also in der 1. oder 2. Klasse, treten folgende Merkmale auf:

Schwierigkeiten beim Erlernen der Buchstabe-Laut-Beziehung:


  • Defizite in der Phonologischen Bewusstheit:

Das Identifizieren einzelner Laute aus dem Sprachfluss fällt schwer.


  • Laut-Buchstaben-Zuordnung: 

Die Buchstaben werden nicht gemerkt.

Buchstaben werden den falschen Lauten zugeordnet oder umgekehrt.


  • Die Lautsynthese gelingt nicht:

Die Buchstaben können beim Lesen nur schwer zusammengelautet werden.

Langsames und mühsames Lesen sind kennzeichnend.


  • Schwierigkeiten beim lauttreuen Schreiben:

Einzelne Buchstaben werden ausgelassen, verdreht oder hinzugefügt (bis hin zu Skelettschreibungen).


Spätestens ab der dritten Klasse findet man folgende Merkmale bei Kindern mit LRS:

Beim Lesen: 

  • Es wird weiterhin langsam und stockend gelesen.
  • Selbst häufige Wörter müssen immer wieder neu erlesen werden.
  • Es wird Buchstabe für Buchstabe gelesen, die direkte Worterkennung funktioniert nicht.
  • Besonders bei langen Wörtern wird aus dem Kontext geraten.


Beim Schreiben:

  • Lauttreues Schreiben - Rechtschreibregeln werden nicht beachtet.
  • Es treten sehr viele Rechtschreibfehler auf.
  • Trotz intensiven Übens zeigt sich kein Fortschritt.
  • Dasselbe Wort wird auf unterschiedliche Arten falsch geschrieben.


Durch die Schwierigkeiten den Lernanforderungen gerecht zu werden, die ständigen Misserfolge und den Druck der dadurch auf den betroffenen Kindern lastet, kann es auch zu sogenannten Sekundärsymptomen kommen, also Anzeichen einer LRS, die nicht zu den Kernsymptomen zählen, sondern erst durch die LRS entstanden sind.

Sobald Anzeichen einer LRS erkennbar werden (Dokumentation auf Grundlage der Beobachtungsbögen), werden mit den Eltern gemeinsam weitere Schritte der Förderung besprochen. Ein individueller Förderplan wird erstellt und kontinuierlich fortgeschrieben. Zudem werden zusätzliche Förderstunden „LRS“ angeboten. 

Neben spezifischen Inhalten berücksichtigt die Förderung das gesamte Bedingungsgefüge der LRS. Zur Förderung gehört daher auch die Vermittlung von Lernstrategien, den Aufbau von Lernmotivation sowie das Einüben einer selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeitshaltung.

Im Team der Gemeinschaftsgrundschule nehmen aktuell zwei Lehrerinnen an den Fortbildungsmodulen SchiKU (Schriftliche Basisförderung für Schülerinnen und Schüler mit LRS im Kreis Unna) der psychologischen Beratungsstelle des Kreises Unna teil. Das zu erwerbende Zertifikat befähigt die ausgebildeten Kolleginnen sowohl zur Diagnose als auch zu einer qualifizierten Förderung, die in Kleingruppen angeboten wird.

Laut Erlass „Förderung von Schülerinnen und Schülern bei besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS)“ vom 19.07.1991 spricht man von LRS wenn Kindern der Klassen 1 und 2, denen die notwendigen Voraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen noch fehlen und sie die grundlegenden Ziele des Lese- und Rechtschreibunterrichts nicht erreichen und wenn Kinder der Klassen 3 bis 6, deren Leistungen im Lesen oder Rechtschreiben über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten den Anforderungen nicht entsprechen.  

Bei Schülerinnen und Schüler mit nachgewiesener Lese-Rechtschreib-Schwäche darf die Benotung in den Teilbereichen Lesen und/oder Rechtschreiben ausgesetzt werden. Die Gesamtnote im Fach Deutsch und die Note im Teilbereich Sprachgebrauch bleiben erhalten.

Ein individueller Nachteilsausgleich bei der Bearbeitung von Tests/Klassenarbeiten (z.B. mehr Zeit) wird gewährt.


11.5 Dyskalkulie

Bei der Dyskalkulie handelt es sich um eine Teilleistungsstörung. Im Gegensatz zu einer Lese-Rechtschreib-Schwäche ist es bei einer Dyskalkulie nicht möglich, einen Nachteilsausgleich zu gewähren.  Um Chancengleichheit dennoch herzustellen, bietet unsere Schule eine auf die Diagnose abgestimmte individuelle Förderung an. Spezifische Unterstützungsangebote, z.B. in Form von Zeitzugaben oder der Anwendung von Hilfsmitteln, können außerdem im Einzelfall beschlossen werden; diese sind allerdings in der Bewertung zu berücksichtigen. 

Das Arbeiten mit dem Lehrwerk „Matherad“ unterstützt die Förderung dabei nachhaltig: Es ermöglicht den Kindern mit einer Dyskalkulie, sich Lerninhalte in ihrem eigenen Tempo zu erschließen. Verschiedene Übungsformate unterstützen zusätzlich, sich die Inhalte einzelner Bereiche zu erschließen und diese zu festigen.

Mehrere Lehrkräfte der Gemeinschaftsgrundschule haben sich zum Thema „Dyskalkulie“ fortgebildet. Eine Lehrerin hat sich im Rahmen einer einjährigen Fortbildungsreihe (Förderung rechenschwacher Schülerinnen und Schüler - FörSchUH) zertifiziert (Diagnostik und Förderung).


12. Begabtenförderung

Jedes Kind kann sich nur dann zu einer ausgeglichenen Persönlichkeit entwickeln, wenn seine Interessen und Fähigkeiten erkannt und akzeptiert werden und wenn es Forderung und Förderung gemäß seinen individuellen Fähigkeiten erfährt. 

Den Schülerinnen und Schülern mit besonderer Begabung gerecht zu werden, ist genauso unser Anspruch, wie die Förderung aller Kinder unserer Schule, die mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen unsere Schule besuchen. Bei der Unterrichtsplanung gilt es daher, auch die besonders begabten Kinder in den Blick zu nehmen.

Kinder mit einer besonderen Begabung verfügen u.a. über eine sehr hohe Denk- und Problemlösefähigkeit sowie eine ausgeprägte Kapazität in der Informationsaufnahme und -verarbeitung.

Die Gemeinschaftsgrundschule sieht ihre Aufgabe darin,

  • die besonders begabten Kinder zu erkennen und sie
  • in ihrem individuellen Lernprozess zu unterstützen, zu fordern und zu fördern.
  • Kinder darin zu unterstützen, ihre Schwächen zu überwinden, damit sie ihre Stärken nutzen können und ihre besondere Begabung zum Tragen kommt.


Damit die besonders begabten Kinder ihr Leistungs- und Lernpotenzial optimal ausschöpfen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können, bieten wir ihnen im Rahmen der inneren Differenzierung zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • erweitertes Lernangebot (Enrichment)

  1. Matheforderunterrich

    2. Französisch

  • differenzierte Aufgabenstellungen bezüglich des Schwierigkeitsgrades und des Umfangs
  • offene Aufgabenstellungen  Expertenarbeiten, Projektarbeiten, Referate (mithilfe des iPads u.a.)
  • Teilnahme an Wettbewerben
  • Hochstufen in eine höhere Jahrgangsstufe, themen- und/oder fachbezogene Teilnahme am Unterricht einer höheren Jahrgangsstufe bzw. vorzeitige Einschulung
  • Arbeitsgemeinschaften mit thematischen Schwerpunkten als spezielles Angebot für besonders begabte Kinder (als mögliches Angebot des Offenen Ganztags)
  • Knobelhefte, Zusatzaufgaben

Durch vielfältige Möglichkeiten, werden in einer anregenden Lernumgebung die Talente der Kinder individuell berücksichtigt, gefördert und gefordert. Dabei kann es ebenso von Bedeutung sein, den Schwerpunkt auf das Lernen lernen und die Entwicklung von Lernstrategien und Durchhaltevermögen zu legen.


12.1 Mathematik

Der Mathematik-Forderunterricht richtet sich vorwiegend an die Schülerinnen und Schüler des dritten und vierten Schuljahres. Jeweils einmal wöchentlich tüfteln und knobeln die Schülerinnen und Schüler an anspruchsvollen mathematischen Aufgaben. Dabei steht die kognitive Herausforderung, Lösungsstrategien zu entwickeln, im Vordergrund. Die Kinder entdecken auf unterschiedlichen Wegen, in Gruppen, mit einem Partner oder auch in Einzelarbeit z.B. Zahlbeziehungen und Strukturen oder sie lösen mathematische Rätsel. Auch der Bereich Kombinatorik sowie einzelne Aufgabenformate aus dem Bereich der Sekundarstufe I, die einen besonderen Anreiz bieten, eignen sich, begabte Mathematiker zu fordern. In mathematischen Fachgesprächen werden zudem Schwierigkeiten thematisiert und verschiedene Lösungsansätze diskutiert. 

Die Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler werden gesammelt und Beobachtungen dokumentiert. Eine Bewertung erfolgt nicht. Die Teilnahme an der AG wird auf dem Zeugnis dokumentiert.

Einige Lehrkräfte aus dem Team der Gemeinschaftsgrundschule haben an Fortbildungen zur Begabtenförderung/Mathematik fordern teilgenommen und eine Kollegin hat ein Zertifikat in diesem Bereich erworben. Eine kontinuierliche Weiterbildung ist für uns selbstverständlich.


12.2 Französisch

Im Rahmen der Begabtenförderung soll Kindern mit besonderen Stärken im sprachlichen Bereich die Möglichkeit gegeben werden, in der Grundschule noch eine zweite Fremdsprache zu erlernen.

Für das dritte und vierte Schuljahr wird jeweils eine Französischstunde pro Woche angeboten. Ähnlich wie im Englischunterricht steht dabei das Sprechen und das Hörverstehen im Vordergrund, aber auch das Lesen und Schreiben französischer Wörter wird mit einbezogen.

Die Kinder lernen z.B., ihre Namen auf Französich zu sagen und etwas über sich zu erzählen. Ansonsten sind die Wörter und Sätze, die die Kinder lernen, thematisch gebunden. Themen sind u.a. Zahlen, Farben, In der Schule, Körperteile, Kleidung.

Beobachtungen werden dokumentiert. Eine Bewertung erfolgt nicht. Die Teilnahme an der AG wird auf dem Zeugnis dokumentiert.



13. Sprachsensibler Unterricht

An der Gemeinschaftsgrundschule sehen wir Vielfalt als Chance. Verschiedene Herkunftssprachen sind dabei Bestandteil unser Schule. Uns ist es wichtig, sprachliche Kompetenzen wahrzunehmen und wertzuschätzen; den Schwerpunkt setzen wir auf „Deutsch“ als Bildungs- und Umgangssprache. Eine umfassende Sprachbildung von Anfang an (nicht nur) für Kinder anderer Herkunftssprachen soll den Bildungserfolg nachhaltig unterstützen.

Sprachliches und fachliches Lernen sind untrennbar miteinander verbunden und finden in jedem Unterricht statt. Durch vielfältiges sprachliches Handeln (Sprechen, Lesen, Schreiben) lernen die Schülerinnen und Schüler erfolgreich. Die folgenden sprachsensiblen Methoden werden im Fachunterricht genutzt, um bildungssprachliche Kompetenzen aufzubauen:

  • Artikel und Pluralendungen werden angegeben und ggf. markiert.
  • Erklärende Sprech- und Denkblasen werden eingefügt.
  • Fachbegriffe und Wortbildungen werden erklärt oder eine Möglichkeit, Erläuterungen zu finden, werden angegeben.
  • Thematische Wörterkoffer werden angelegt und als Lernspuren visualisiert.
  • Sprechmuster werden zur Verfügung gestellt.
  • Alltags- und Fachsprache werden gegenübergestellt.
  • Inhalte werden veranschaulicht und verbildlicht.


Unsere Lehrkräfte fungieren dabei immer als Sprachvorbild. Sie begleiten Lernprozesse mit bewusstem Einsatz ihrer mündlichen Sprache und sie gestalten Arbeitsblätter und schriftliche Aufgabenstellungen (z.B. Tafelanschrieb) sprachsensibel und sprachfördernd. 

Sprachübungen werden gezielt eingesetzt und der Fachwortschatz gefördert. 

Mit der Sprachfehlerkorrektur gehen unsere Lehrerinnen und Lehrer feinfühlig um. Da jedes Kind in seiner sprachlichen Ausdrucksfähigkeit gefördert und gefordert wird und an der Gemeinschaftsgrundschule eine Kultur des miteinander und voneinander Lernens gelebt wird, ist eine gegenseitige Verbesserung von Wörtern oder Satzstrukturen selbstverständlich.



14. Verzahnung OGS

Jedes Kind hat das Recht auf eine angemessene Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und der damit verbundenen Lernchancen. Der Offene Ganztag der Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg bietet den Kindern die für sie wichtige Kontinuität, Stabilität und verlässliche Strukturen in ihrem Bezugsrahmen, die zur Entwicklung einer emotional und sozial stabilen Persönlichkeit unerlässlich sind.

Die dazu nötige und zunehmende Vernetzung von Vormittags- und Nachmittagsbereich beinhaltet eine Fortführung des schulischen Konzeptes über den ganzen Tag. So werden Förderkonzepte durch entsprechende Rhythmisierung weitergeführt oder Lerninhalte können durch unterschiedliche Methoden vertieft und bearbeitet werden (z.B. im Bereich Naturwissenschaft, Lehrerstunden im Nachmittagsbereich).  Leben und Lernen ist enger verknüpft.  Insbesondere in unseren Ganztagsklassen ist die Strukturierung noch stärker an den Bedürfnissen und Potentialen der Kinder orientiert: Durch entsprechende Rhythmisierung wechseln sich in der Lerngruppe Unterrichtszeiten, Lernzeiten, Projekt-, Entspannungs- und Spielzeiten ab und ermöglichen vielfältige Lernchancen. Unser Ziel ist es, dass unsere Schülerinnen und Schüler sowohl eine qualifizierte, nachhaltige Bildung erfahren als auch einen Ort des Wohlfühlens und der Gemeinschaft vorfinden. 

Unabdingbar für eine optimale Verzahnung Vormittag-Nachmittag ist zum einen die enge Zusammenarbeit aller Mitarbeiter sowie außerschulischer Kooperationspartner und zum anderen das Gelten und Nutzen gleicher Regeln und Rituale. Die Teilnahme an schulischen Gremien ist dabei fester Bestandteil der Zusammenarbeit. 

Die Gemeinschaftsgrundschule ist ein Ort des Lernens und des Lebens, in der die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, Schule im Vormittag und im Nachmittag aktiv mitzugestalten, in der Stärken gestärkt, Potenziale entdeckt und Unterstützungsbedarfe individuell gefördert werden.



15. Kompetenzorientierte Zeugnisse

Dem Team der Gemeinschaftsgrundschule war es ein Anliegen, vom Aktenordner voller Arbeitspläne hin zu täglich nutzbarer und hilfreicher Diagnose, Dokumentation, Transparenz und Förderplanung zu gelangen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Entwicklung kompetenzorientierter Zeugnisse, in denen das jeweilige Kompetenzniveau unterschiedlicher Bereiche transparent wird und so eine individuelle Förderung erfolgen kann. 

Die kompetenzorientierten Zeugnisse, die 2012 entwickelt wurden, sind mittlerweile ergänzt und überarbeitet. Sie bilden eine verbindliche Grundlage für Dokumentation und Beratung.

Von besonderer Bedeutung ist die Umformulierung der Kompetenzen von der Fachsprache des Lehrplans in allgemeinverständliche Items, so dass Eltern die verbindlichen Kompetenzanforderungen am Ende der Schuleingangsphase und am Ende der Klasse 4 des Lehrplans mit den erreichten Kompetenzen des eigenen Kindes vergleichen können und sich ggf. über Fördermaßnahmen mit den Lehrkräften beraten lassen können.

Auszug (Beispiel!) der Entwicklung der kompetenzorientierten Zeugnisse der Schuleingangsphase der GGS (Kompetenzanforderungen aus dem Lehrplan, Umformulierung der GGS, Methode/Material/Indikator):

Sprechen und Zuhören

Schreiben

Lesen

Verstehend zuhören



Du kannst zuhören.


Erzählkreis, Arbeit in Gruppen, Partnerarbeit, Präsentationen

Über Schreibfertigkeiten verfügen


Du schreibst lesbar in Druckschrift.


Rechtschreibtraining, Tinto, Geschichten

Über Lesefähigkeiten verfügen


Du liest Wörter.

Tinto, Lesepass, Werkstattarbeit

Du stellst Fragen, wenn andere Kinder erzählen.


Erzählkreis, Klassenrat, Werkstattarbeit

 Du schreibst am iPad.

 

Du liest kurze Texte und verstehst sie.


Tinto, Lesepass, Werkstattarbeit

Gespräche führen



Du erzählst gerne in der Klasse.


Erzählkreis

Texte situations- und adressatengerecht verfassen

Du hast gute Schreibideen.


Tinto, Wochenendgeschichten, Geschichten, Werkstattarbeit




Du kannst Arbeitsaufträgen lesen und umsetzen.


Tinto, Werkstattarbeit

Erreichte Kompetenzen werden in einem Beobachtungsbogen dokumentiert und die Entwicklung im Laufe der Zeit wird hervorgehoben (z.B. durch farbliche Markierungen). Bei Elterngesprächen bildet dieser Beobachtungsbogen (oder das Zeugnis) die Grundlage. Eltern sehen so die Entwicklung des eigenen Kindes und können mit den Lehrkräften die weitere Förderung abstimmen. 

Dabei werden die Anforderungsbereiche des Lehrplans (1. Reproduzieren 2. Zusammenhänge herstellen 3. Verallgemeinern und Reflektieren) in 4 Kompetenzstufen übertragen:

  • Kennen Du fängst an
  • Können Du übst weiter
  • Darüber sprechen Du schaffst es
  • Übertragen Du schaffst es immer


Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gezielt in den unterschiedlichen Kompetenzbereichen. Dabei ist die Stärkenorientierung immanent. Bei Nichterreichen der Kompetenzanforderung greift die individuelle Förderplanung (Diagnose auf der Grundlage der Beobachtung, Ermittlung der Förderschwerpunkte mit Prioritätensetzung, Zeitrahmen der einzelnen Fördermaßnahmen, ggf. Arbeitsverhalten vor Fachlichkeit, Dokumentation der Entwicklung).


15.1 Schuleingangsphase (SEP)

 


15.2 Klassen 3 und 4